Stärkung der Freiwilligendienste durch gemeinsames Engagement

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Mit der Kampagne „Jugendfreiwilligendienste – hautnah! FSJ und FÖJ laden ein“ haben der Bundesarbeitskreis FSJ, der Bundesarbeitskreis FÖJ und die Landesarbeitsgemeinschaften FSJ/FÖJ sich Anfang 2005 zusammengeschlossen, um den Ausbau von Freiwilligendiensten zu fördern. Grund für die Aktion war das begrenzte Angebot an Einsatzorten, welches jedoch einer sehr großen Nachfrage für soziales Engagement gegenübersteht.

Hohe Nachfrage nach freiwilligen Diensten

Nach Aussage der Organisatoren ist die Zahl der an einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) interessierten Jugendlichen drei- bis viermal höher als die Zahl der tatsächlich verfügbaren Plätze für Freiwilligendienste. Die Bundesregierung wurde bereits aufgefordert, finanzielle Mittel für den Ausbau bereitzustellen. Um den entsprechenden Bundestagsbeschluss zu unterstützen, wurden im Rahmen der Kampagne Bürger-Unterschriften für den Ausbau von Freiwilligendiensten gesammelt.

Parallel dazu sprachen der Bundesarbeitskreis FSJ, der Bundesarbeitskreis FÖJ und die Landesarbeitsgemeinschaften FSJ/FÖJ gezielte Einladungen an Bundestagsabgeordnete aus. Bei den Treffen mit den FSJ- und FÖJ-lern an ihren Einsatzorten sollten die Politikerinnen und Politiker haut- und praxisnah auf die Bedeutung von Freiwilligendiensten für die Gesellschaft aufmerksam gemacht werden.

Kampagne von Erfolg gekrönt

Der Erfolg war überwältigend. Die Kampagne konnte mit Jutta Dümpe-Krüger (Bündnis90/Grüne), Anton Schaaf (SPD) und Thomas Dörflinger (CDU/CSU) auch aktive Unterstützung gewinnen. Allein am evangelischen Kirchentag in Hannover unterschrieben 1.800 Besucher die Petition.

Mit insgesamt 5.000 gesammelten Unterschriften fand die Sympathie-Kampagne im Herbst 2005 nicht nur ihren krönenden Abschluss. Die zahlreichen Stimmen verdeutlichten auch den Bedarf an Plätzen im Freiwilligendienst. Die Sprecher des Bundesarbeitskreises FSJ und des Bundesarbeitskreises FÖJ baten damit die Bundesregierung, die Förderung auf 30.000 Einsatzplätze zu erhöhen und signalisierten ihre Bereitschaft zur engen Kooperation.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung bewertete Thomas Dörflinger (MdB-CDU/CSU) die Chancen positiv: „Freilich wird sich auch die neue Bundesregierung an den geringen Spielräumen, die der Bundeshaushalt bietet, orientieren müssen. Der gute Wille, hier zu Fortschritten zu kommen, zeichnet jedoch beide Koalitionspartner aus.“

Ein paar Zahlen

  • Bezahlung im Freiwilligendienst ist mit maximal 372 Euro zwar eher gering
  • Dennoch arbeiten deutschlandweit aktuell etwa 100.000 Menschen für das Gemeinwohl (Stand 2016)
  • In der Regel dauert der Dienst ein Jahr, mit etwa 7% brechen nur wenige Freiwillige ihre Arbeit vorzeitig ab

Wie wirkt sich die soziale Arbeit auf die Persönlichkeit aus?

Die Zeit im Freiwilligendienst hat generell positive Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung der Freiwilligen. Besonders bei Jugendlichen entstehen durch die soziale Arbeit enorme Veränderungen: „Die jungen Leute gewinnen dadurch enorm an Selbstbewusstsein und Lebenserfahrung. Sie kommen ganz anders, als sie gehen“, führt Ricarda Fredl-Maurer, Betreuerin einer Freiwilligengruppe in Mannheim gegenüber der Süddeutschen Zeitung an.